Bücher
Meine Sachbücher schreibe ich auf der Grundlage jahrzehntelanger Berufserfahrung als Ergotherapeutin, um die brennenden Fragen der Eltern von besonderen Kindern mit Muskelhypotonie zu beantworten. Auch Fachleuten wird ein weitreichendes Verständnis für die Probleme von muskulär hypotonen, früh geborenen und entwicklungsverzögerten Säuglingen und Kindern vermittelt. Darüber hinaus informieren sie über die regelrechte Säuglingsentwicklung und die spezifischen, früh erkennbaren Auffälligkeiten bei Muskelhypotonie.
Schulbereit mit Achtsamkeit
Ansichten und Innensichten für PädagogInnen und Eltern
Wieder ein Buch über Schulfähigkeit, gibt es nicht schon genug davon?
Diesmal geht es aber nicht um die kognitiven Fähigkeiten von Kindern. Wir begeben uns vielmehr auf eine Reise nach innen zu den wünschenswerten sozio-emotionalen Kompetenzen für den Schulbeginn. Schulbereitschaft setzt im Kind eine Anpassung seines Verhaltens an neue Regeln voraus. Etlichen Jungen fällt die Kontrolle ihres Bewegungsdrangs beim Eintritt in die Grundschule noch schwer. Geschlechtsspezifische Unterschiede von Jungen und Mädchen werden mit Blick auf die Forschung benannt. Die Selbstregulation ihrer Impulse ermöglicht es Kindern, ihre Aufmerksamkeit auf das Lernen zu richten.
Die Frage an PädagogInnen lautet:
- Welchen Stellenwert hat an unseren Schulen das sozio-emotionale Lernen?
- Wird im Unterricht Zeit eingeräumt für gemeinschaftliche Aktivitäten ohne Bewertung, damit in einer Schulklasse ein Wir-Gefühl entstehen kann?
- Geht die Schule auf den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern ein und welche Alternativen gibt es zur Lernstoffvermittlung im Sitzen?
- Gibt es ein Konzept zur Vermittlung von sozialen Werten an unseren Schulen?
- Wie gestaltet sich Achtsamkeit im Umgang miteinander beim Unterrichten?
- Wie lässt sich achtsames Verhalten mit Kindern einüben? Achtsamkeit ist ein Schlüssel zum Lernen, denn ohne Beachtung ist Aufmerksamkeit nicht denkbar.
- Mit welcher achtsamen Reflexion sich selbst gegenüber können PädagogInnen ihre Ressourcen bewahren?
- Wie geht es LehrerInnen im Umgang mit auffälligen Kindern?
- Was können die psychogenen Ursachen von herausforderndem Verhalten von Schülern sein?
In diesem Buch wird nicht auf das viel beschriebene Aufmerksamkeitsdefizit eingegangen, sondern es werden andere Hintergründe der Lernblockaden bei Kindern aufgezeigt. Einige Kapitel mit Beispielen von parentifizierten Kindern mit kranken Eltern, Kindern mit hoher Sensibilität und solchen aus dem Autismus-Spektrum eröffnen eine Sicht nach innen. Auch auf Systemsprenger, die das Unterrichten erschweren, wird mit Innenansicht auf ihr schmerzbasiertes Verhalten geschaut.
Mit einem Spektrum von herausforderndem Verhalten ihrer SchülerInnen sind PädagogInnen täglich konfrontiert – und selten darauf vorbereitet, ebenso wenig erfahren sie professionelle Unterstützung. Das Buch plädiert für ein achtsames Verhalten – sich selbst gegenüber und für soziale Werte, damit Schule wertvoll für alle ist.
Der Anhang „Kaleidoskop“ richtet sich an Eltern mit ihren Fragen, Sorgen und ihrer oft ganz anderen Sichtweise auf den Schuleintritt ihrer Kinder. Nicht die Kenntnis von Zahlen oder seinen Namen schreiben zu können sind die wichtigsten Kriterien zur Schulreife. Vielmehr sind sozio-emotionale Fähigkeiten erwünscht, die junge Kinder im familiären Umfeld vor der Einschulung erwerben müssen. Es kommt darauf an, dass Kinder aus innerem Antrieb bereit sind, sich in der Schule ohne das elterliche Lob anzustrengen: Ist ein Kind bereit, sich aus der bekannten Geborgenheit zu lösen, um sich selbstbewusst in eine neue Gruppe einzufügen? Kann es seine momentanen Bedürfnisse zurückstellen, um mit anderen zu kooperieren?
Für dieses Wir-Gefühl sind soziale Fähigkeiten erforderlich, sonst kann eine verfrühte Einschulung ein seelisch unreifes Kind überfordern. So selbstsicher das Kind im häuslichen Umfeld sein mag, in der Schule können soziale Ängste ein Lernhindernis sein. Der Zeitpunkt der Einschulung sollte nicht nur vom Alter eines Kindes abhängen, sondern von dessen Selbstbewusstsein, Selbstregulation und Gemeinschaftsfähigkeit.
Prägend ist der achtsame Umgang mit digitalen Medien in der Familie, jedoch häufig absorbiert das Smartphone die Aufmerksamkeit von Kind und Eltern, sodass es zu einem Verlust der Achtsamkeit im familiären Umfeld kommt. Einige Kapitel beschreiben den Einfluss digitaler Medien auf Gehirnentwicklung, Körperwahrnehmung, Lernbereitschaft, Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisbildung von jungen Kindern. Die Achtsamkeit miteinander und mit Medien entscheidet letztlich darüber, ob ein Kind gerne bereit ist, zur Schule zu gehen.
2025, verlag modernes lernen
ISBN: 978-3-8080-0960-4
Nicht verzagen trotz Muskelhypotonie
Perspektiven bei Entwicklungsverzögerungen
Dieses Buch ist bedeutungsvoll für alle, die persönlich oder beruflich mit entwicklungsverzögerten Kindern zu tun haben. Dabei steht die Muskelhypotonie mit ihren vielen Schattierungen im Fokus. Das Buch orientiert sich an den Fragen betroffener Eltern von Kindern mit Muskelhypotonie, wie sie nach Frühgeburt, bei Anpassungs-, Bewegungsstörungen und bei genetischen Syndromen vorkommt.
Die Probleme entwicklungsverzögerter Kinder werden anhand von kurzen, anschaulichen Dialogen dargestellt: Eltern berichten über ihre Sorgen, über die Suche nach wirksamen neurophysiologischen Therapien, über Erfahrungen mit dem Bobath- und Castillo Morales®-Konzept und stellen Fragen, worauf die Autorin direkt antwortet. Dadurch entsteht ein tiefer Einblick in den familiären Alltag, der Therapeuten, Heilpädagogen und Kinderärzten ein Fenster zum Verstehen ihrer Klienten öffnet.
Dieses Sachbuch mit Ratgeberanteil bietet Orientierung und wirbt um Verständnis. Es möchte besonders die Eltern von Kindern mit Muskelhypotonie ermutigen und exemplarisch Hilfestellung geben. Muskelhypotonie bedeutet nicht das Ende einer sensomotorischen Entwicklung, sondern steht am Anfang eines langsamen Weges.
2017, Springer
ISBN: 978-3662538470
Unterwegs auf vier Füßen – Mit Krabbeln die Entwicklung fördern
Ein Handbuch für TherapeutInnen, HeilpädagogInnen und Eltern entwicklungsverzögerter Kinder
Dieses Buch ist bedeutungsvoll für alle, die persönlich oder beruflich mit entwicklungsverzögerten Kindern zu tun haben. Entwicklungsschritte auszulassen ist in der Regel kein Drama, aber wenn eine Frühgeburt, ein genetisches Syndrom oder eine Muskelhypotonie hinzukommt, können sich Versäumnisse summieren.
Krabbelnde Kinder entdecken neugierig ihr Umfeld. Sie nutzen ihre angeborene Koordination zum Erforschen der Umgebung. Mit dem Krabbeln erweitert sich ihr Bewegungsradius. Für antriebsarme Kinder, die wenig ihre Körperhaltung variieren, bedeutet Krabbeln ein großer Entwicklungsschub hin zur Selbstwirksamkeit.
Krabbeln beinhaltet Sinneswahrnehmung im Raum, visuell, auditiv und viel Körperwahrnehmung. Am Boden in Bewegung erwerben Kleinkinder räumlich-visuelle Orientierung. Sie orten Geräusche und erfahren Strecken, Längen, Entfernungen. Das sind unverzichtbare komplexe Sinneswahrnehmungen als Basis für schulisches Lernen.
Für TherapeutInnen und HeilpädagogInnen vermittelt das Handbuch aktuell erforschte Zusammenhänge über die Sensomotorik und Neurophysiologie der Körperkoordination. Mit der entwicklungsneurobiologischen Sichtweise ist das Buch ein Novum im Bereich der therapeutischen und sonderpädagogischen Literatur, für Fachausbildung und Studium geeignet.
Unter psychomotorischen Aspekten wird die Rolle der Leiterpersönlichkeit hervorgehoben und Fragen zum Setting erörtert. Hochsensible Kinder benötigen besonders viel Aufmerksamkeit, ihre Begabung zu fördern und nicht als Verhaltensstörung anzusehen, liegt in der Verantwortung der LeiterIn.
Der Schreibstil ist verständlich als Brücke zur Elternberatung. Anstelle eines Glossars enthält das Handbuch ein differenziertes Lexikon zur Sensomotorik, in dem Grundbegriffe erklärt werden, zum Beispiel „Dyspraxie“, „Körperschemastörung“ oder „Muskelhypotonie“.
Christiane Seiler ist eine erfahrene Ergotherapeutin und interdisziplinäre Frühberaterin. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt ist die Konzipierung der Therapie für Säuglinge und Kinder mit Muskelhypotonie mit und ohne Entwicklungsverzögerung. Als Dozentin für Berufe im Gesundheitswesen ist sie im In- und Ausland unterwegs.
2020, verlag modernes lernen
ISBN: 978-3-8080-0884-3
Chancen für Kinder mit Muskelhypotonie und Entwicklungsverzögerung
Ein Ratgeber für Eltern und Therapeuten
Das Phänomen «hypotone Muskulatur» stört die natürliche Entwicklung von Geburt an. Den betroffenen Kindern fällt es schwer, Balance und Koordination zu erlernen. Manche verweigern feste Nahrung und sprechen undeutlich. Ihnen fehlen nicht nur Handgeschick und Feinmotorik, sondern auch Mundschluss und differenzierte Bewegungen der Zunge.
In der Frühentwicklung dieser Kinder gibt es Symptome, die diskret auf Muskelhypotonie hinweisen. Einige Entwicklungsschritte werden ausgelassen, übersprungen. Im Verlauf der Jahre vermeiden instabile Kinder Bewegungen und Tätigkeiten, die ihnen schwer fallen. Dazu gehören das Malen und die Schreibschrift. Motorische Unruhe, Verhaltensprobleme und Aufmerksamkeitsdefizite können Anzeichen für Kompensationsstrategien sein.
Symptome von der Säuglingsphase bis ins Schulalter verdeutlichen Laien und Fachleuten die vielfältigen Probleme von Kindern mit Muskelhypotonie. Fotos und Ideen zur häuslichen Förderung und in der Therapie gestalten das Buch zu einem nützlichen Ratgeber. Elternfragen zu Antriebsproblemen und Aufmerksamkeit von der Säuglingszeit bis ins Schulalter werden fachlich fundiert beantwortet.
2. Auflage 2010, Books on Demand
ISBN: 978-3837089356