Seminare
Mein Fortbildungsangebot richtet sich an pädiatrisch tätige Therapeuten, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Motopäden, Sonderpädagogen in der Frühförderung, Inklusionsfachkräfte sowie Kinder- und Jugendfachärzte.
Säuglinge und Kleinkinder mit Entwicklungsverzögerung, nach Frühgeburt, mit genetischen Syndromen, Epilepsien u. a. neurologischen Erkrankungen fordern uns interdisziplinär heraus. Wenn die sensomotorische Retardierung mit Muskelhypotonie verbunden ist, greift ein Behandlungskonzept, dass ich in jahrzehntelanger Arbeit erprobt habe. Die neuromuskuläre Methode zum Nachreifen von Entwicklungsschritten lässt sich mit anderen neurophysiologischen Therapien kombinieren. Mit den Intensivseminaren wende ich mich an Therapeuten mit Berufserfahrung, die ihr Wissen über Befund und Behandlung bei mit Muskelhypotonie verbundenen Entwicklungsstörungen vertiefen möchten.
Themen der Seminare
A) Wahrnehmung von den Füßen bis zum Kopf
B) Interdisziplinäre Seminare mit ein oder zwei Co-Dozentinnen
A) Wahrnehmung von den Füßen bis zum Kopf
Wahrnehmung beginnt intrauterin in der haltenden Motorik des Uterus. Nach der Geburt ist der Säugling auf der Suche nach spürbaren Begrenzungen, nach Widerständen. Mit kräftigen Stoßbewegungen der Füße regt er seine propriozeptive Wahrnehmung an. Frühgeborenen, Kindern mit genetischen Syndromen und Muskelhypotonie oder cerebralen Bewegungsstörungen fehlt ein Teil dieser ersten wichtigen Körperwahrnehmungen. Ihre Defizite zeigen sich in besonderen Kompensationsstrategien.
Sensomotorische Störungen werden anhand der Entwicklung gesunder Säuglinge aufbauend behandelt, beginnend mit den distalen Impulsen der Füße. Weil Körperwahrnehmung intra- und extrauterin wesentlich von den Füßen ausgeht, wird die Fußstimulation ausführlich mit praktischer Einübung vermittelt. Die neuromuskuläre Fußbehandlung in Anlehnung an das Castillo Morales®-Konzept ist für alle entwicklungsneurologischen Defizite geeignet, sowie für neurologische Erkrankungen im Erwachsenenalter.
Wie muss ein Parcours gestaltet sein, um beim Krabbeln propriozeptive Erfahrungen zu sammeln? Krabbeln unter neurophysiologischen Aspekten dient der Wahrnehmung vom Körper im Umfeld. Krabbeln kann die okulare Motilität stimulieren und damit einen basalen Beitrag zur visuell-räumlichen Wahrnehmung leisten.
Auch mit etlichen SI-Geräten lässt sich die Körperwahrnehmung im Raum verbessern, mit einigen nicht. Auf den adäquaten Einsatz kommt es an, ob die SI-Behandlung propriozeptiv nutzbar ist. Im Seminar lernen Ergo- und Physiotherapeut*innen, sowie Logopäd*innen und Heilpädagog*innen die Problematik und das Verhalten von Kindern mit Muskelhypotonie zu verstehen, ihre Kompensationshaltungen zu erkennen und ihre sensomotorischen Defizite aufzuarbeiten. In diesem Seminar wird neuromuskläre Tonusregulation auch manuell vermittelt zur verbesserten posturalen Kontrolle.
Die zur Körperwahrnehmung aktivierende Lagerung von Kindern mit Muskelhypotonie gehört zur Elternberatung dazu, denn der entscheidende Teil sensorischer Integration findet zu Hause statt. Das im Seminar vertiefte entwicklungsneurobiologische Wissen verhilft zu einer sicheren Anleitung der Eltern.
Die Teilnehmer*innen sollen im pädiatrischen Bereich tätig sein; wenn sie mit Säuglingen und Kleinkindern arbeiten, ist das Mitbringen einer Übungspuppe ratsam, sowie von einem Lagerungsschlauch und 2 bis 3 Dreieckstüchern. Auch Therapeut*innen mit Berufserfahrung werden vom Seminarinhalt profitieren.
Inhalte
- Die pränatale Entwicklung von Wahrnehmung und Koordination
- Die Bedeutung der Fußspiele in der Säuglingszeit
- Fußwahrnehmung bei Positionswechseln und Vertikalisierung
- Symptome von mangelnder Fußwahrnehmung
- Frühe Symptome von Muskelhypotonie
- Kompensationsstrategien bei defizitärer Sensomotorik im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter
- Neuromuskuläre Regulation zur Aktivierung der Fuß- und Körperwahrnehmung
- Fußspiele nicht nur für kleine Kinder
- Krabbeln zur Körper- und Raumwahrnehmung
- Therapieaufbau zur Wahrnehmung von den Füßen bis zum Kopf
- Elternberatung zum Handling, häusliche Übungen und geeignete Sportarten
B) Interdisziplinäre Seminare
Diese Seminare sind um den Themenschwerpunkt „Säuglings- und Frühbehandlung, sowie Elterncoaching“ erweitert worden und zeitlich ausgedehnt auf mindestens 2 ½ Seminartage. Um den Anforderungen interdisziplinärer Frühbehandlung gerecht zu werden, wirken bei diesen Seminaren in Kooperation mit Christiane Seiler erfahrene TherapeutInnen mit.
Linda Hämmerle
Kinderphysiotherapeutin und Heilpädagogische Früherzieherin in der Schweiz, erfahren mit Seltenen Erkrankungen, Familienbegleitung und interprofessioneller Zusammenarbeit.
Web: www.kinderphysio-domizil.ch / www.hfe-mobil.ch / www.physiocolor.ch/weiterbildung-kurse
Leonie Schambier
Ergotherapeutin, Säuglings- und Kleinkindtherapeutin, COPCA®-Coach (COPing with and CAring for Infants with Special Needs), tätig in Stuttgart.
Web: www.gesundheitsakademie-rt.de
Nicole Braun
Ergotherapeutin B.Sc., Säuglings- und Kleinkindtherapeutin, Psychomotorikerin, tätig im Raum Stuttgart, zurzeit in Elternzeit.
Web: www.gesundheitsakademie-rt.de